Wie man lehren soll

Es wird viel geschrieben über das Lernen. Angeregt durch eine eLecture über Neurodidaktik, an der ich kürzlich teilnahm, möchte ich nochmals kurz zusammenfassen, worauf es im Unterricht wahrscheinlich wirklich ankommt:

Je mehr produktive Aufgaben, desto besser! SchülerInnen sollten nicht „berieselt“ werden, sondern dazu angeleitet, „selbst etwas zu TUN“.  Man merkt sich Dinge erst, wenn man sie selbst getan, also reproduziert hat. Das gilt vor allem auch für den Fremdsprachenunterricht, denn Sprache IST sprechen!

Statt SchülerInnen mit Übungszetteln einzudecken, sollte man sie dazu anleiten, SELBST Übungen oder gar Tests zu entwerfen. Nur durch eine aktive Beschäftigung mit der Materie besteht die Möglichkeit, sich diese auch zu merken. Tipp: In Gruppenarbeit werden zu einem bestimmten Thema Übungen erstellt (inklusive Lösungsblatt), die dann die anderen Gruppen zu lösen versuchen.

SchülerInnen müssen den Weg selbst finden, das heißt, die Lehrenden sollten nicht vorgefertigte Grammatikkapitel anbieten, sondern die SchülerInnen dazu anleiten, soweit als möglich, alleine die Grammatikregeln zu konstruieren und diese dann den Anderen zu erklären. Auch Webquests sind eine gute Möglichkeit, SchülerInnen zu aktivieren. Alles was SchülerInnen SELBST produzieren, fördert das Behalten!

Gruppenarbeiten sind nur dann sinnvoll, wenn davor eine individuelle Beschäftigung mit dem Stoff in Einzelarbeit stattfand. Ist dies nicht der Fall, besteht die Gefahr, dass einzelne Gruppenmitglieder die Anderen arbeiten lassen. Welches Gruppenmitglied dann das Erarbeitete präsentiert, sollte das Los entscheiden, wodurch die Inaktivität einzelner SchülerInnen von vornherein verhindert wird.

Dass lernen in einem witzigen oder skurrilen Kontext leichter fällt, ist ein alter Hut. Dabei sollte man versuchen, die Talente der SchülerInnen einzubeziehen, wie z.B. singen, tanzen (Rap, Breakdance), Zeichnen … So können SchülerInnen ihre Fähigkeiten zeigen und mit dem zu lernenden Stoff verbinden, was sich positiv aufs Lernen auswirkt. Interdisziplinäre Methoden fördern durchaus das Verankern des Lernstoffes im Gehirn.

Ein Praxisbezug des Lernstoffes ist unumgänglich! Je klarer es den SchülerInnen ist, wofür sie die Lerninhalte gebrauchen können, desto größer ist die Aufnahmebereitschaft. Nur wenn ein Mensch den SINN darin erkennt, was er machen soll, kann er hinreichende Selbstdisziplin entwickeln. (Gerald Hüther)

Das Gehirn behält, was gebraucht wird, was nicht aktiv gebraucht wird, wird fallen gelassen. Wenn SchülerInnen sich in der Schule fadisieren, dann nur, weil sie passiv sein MÜSSEN und nicht aktiviert werden, beziehungsweise keinen Sinn in dem zu lernenden Stoff sehen. Man muss SchülerInnen mehr zumuten, sie können viel mehr als wir glauben. Außerdem sollten LehrerInnen ihre SchülerInnen für etwas begeistern, dann fiele auch das Lernen leichter.

Neu sind diese Einsichten allerdings nicht. Schon Comenius (1592-1670) meinte zu diesem Thema: ‚Wichtigste Lernprinzipien sind das Tun,  ein anschaulicher Unterricht, die Muttersprache vor Fremdsprache, sowie das Beispiel (Vorbild) vor Worten.“ Wikipedia

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