Moodle oder Facebook?

Zugegeben, Facebook ist in aller Munde und gehört für viele SchülerInnen zum Alltag. Die Frage ist aber, ob auch Lehrende dieses „Soziale Netzwerk“ im Unterricht einsetzen sollten? Es gibt LehrerInnen, die eine (geschlossene) Gruppe für ihre SchülerInnen einrichten, um ihnen dort etwaige Informationen zukommen zu lassen oder um mit ihnen außerhalb des Unterrichts kommunizieren zu können.  Aber ist es auch sinnvoll? Welchen Mehrwert bringt es für den Unterricht?

Ich persönlich möchte Facebook NICHT als Kommunikationskanal in der Schule einzusetzen, sonderm möchte mich ganz bewusst dem „sozialen Druck“ entziehen. Man kann seinen SchülerInnen auch zeigen, dass es eine Welt außerhalb von Google, Facebook & Co gibt und dass es durchaus auch wichtig ist, sich nicht immer nach dem Mainstream zu richten, sondern selbst zu entscheiden, welchem Konzern man seine Daten anvertraut. Die Alternative ist eine Lern- und Kommunikationsplattform, die auf einem Server liegt, der kontrollierbar ist, das heißt, man kann seine Daten auch löschen lassen, bzw. selbst löschen! Das ist mir besonders wichtig! Facebook ist zu unsicher, was den Datenschutz betrifft. Wir arbeiten mit sehr jungen Menschen und wissen nicht, was mit unseren Daten auf Facebook in der Zukunft geschehen wird.

Meine virtuelle Lernumgebung heißt daher Moodle. Ich lernte diese Plattform schon vor einigen Jahren kennen und schätzen, als von Facebook noch lange keine Rede war. Ich lernte Schritt für Schritt, wie man mit Moodle effektiv arbeitet und entdeckte, welch ungeheures Potenzial in dieser  Lernplattform schlummert. Ich verwendete Moodle nie als Linkschleuder, sondern versuchte immer, sinnvolle didaktische Szenarien zu entwickeln, die die analogen, traditionellen Unterrichtsmethoden im Sinne von „Blended learning“ Szenarien spannend ergänzten. Schüleraktivierung, Kommunikation und Kollaboration standen dabei immer im Mittelpunkt. Die Möglichkeit der interaktiven Gestaltung meines Unterrichts mit Hilfe von Moodle gefiel mir besonders gut: Ich kann authentischen Content mittels Audiodateien, Videos oder Links zu Originalseiten zur Verfügung stellen und sofort Arbeitsaufträge dazu erteilen. Ich kann individuell und individualisiert auf die Lerngruppe und das jeweilige Unterrichtsthema zugeschnittene Unterrichtssequenzen auf der Lernplattform vorbereiten und bei Bedarf umgestalten. Zur Auflockerung und mit entsprechend passender Aufgabenstellung kann ich auch Web 2.0 Tools meiner Wahl einbetten. Einen besonderen Mehrwert bietet aber die Möglichkeit, Arbeitsergebnisse der SchülerInnen für die Peergroup auf der Lernplattform sichtbar zu machen und SchülerInnen zu einer konstruktiven Feedbackkultur anzuleiten. Moodle ist ein offenes System innerhalb des von mir definierten Lernkreises, also innerhalb der Klasse, aber eben geschlossen nach außen. Und das halte ich im Sinne einer vernünftigen Medienerziehung in der Schule durchaus für sinnvoll!

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