Das Internet ist eine Schule

eBazar2013Das Internet wird mehr und mehr zu einer individuellen „Schule“.  Jede/r kann sich zum Thema seines Inter- esses im Internet Informati- onen holen und seine eige- nen Lernziele verfolgen. Das informelle Lernen verdrängt sozusagen das formelle Lernen der traditionellen Schule, wo alles vorgegeben und reglementiert ist. Das Lernen im Internet geschieht spontan, je nach Bedarf und ist freiwillig und intrinsisch motiviert.
„Will ich ein Foto bearbeiten, so sehe ich mir ein passendes Tutorial an und lerne genau jene Funktion des Bildbearbeitungsprogrammes, das ich gerade brauche“ sagte mir kürzlich ein Busfahrer! Will ich mich in einer Fremdsprache verbessern, habe ich im Netz unendliche Möglichkeiten und Ressourcen. Will ich Stricken lernen, finde ich die nötigen Tutorials auf Youtube. ich muss es nur suchen. Und so wird dieser Ort Internet zunehmend auch zu einem „Ort der Bildung“ und zwar für Jede und Jeden. Und diese Wissensinhalte  hole ich mir, wann immer ich will und nicht, wie in der Schule, zu bestimmten Zeiten.
Ein interessanter Aspekt des Lernens mit dem Internet ist, dass die „Lehrer/innen“ wir alle sind, denn wir geben unser Wissen in Form von selbsterstellten Tutorials, Forenbeiträgen, Wikipediabeiträgen oder Postings in Blogs usw., also unser Wissen an jede/n der/die es wissen will, weiter. In zunehmendem Maße werden aber auch Vorlesungen von Universitäten aufgezeichnet und als Podcasts zur Verfügung gestellt. (Siehe dazu auch die Khanakademie.)
Und mehr noch, wir schaffen uns ein Netzwerk von Gleichgesinnten, und geben und nehmen Wissen zu einem von uns gewählten Thema, wie z.B. in Twitter, Facebook oder Youtube. Vorausgesetzt, wir verwenden die sozialen Netzwerke als Wissensnetzwerk.
Ein Trend des dezentralen, selbstgesteuerten Lernens sind die sogenannten Mooc’s (Massive Open Online Courses). In einem Zeitraum von ein paar Wochen wird zu einem Thema im Netz intensivst, aber mit selbstgesteckten Zielen „gelernt“, d.h. es gibt zwar ein Programm mit vorgegebenen Themen und online-Vorträgen, aber jede/r steuert auch sein Wissen in Form von Blogs usw. bei. Man bestimmt so selbst, was man gibt und was man nimmt. An Moocs nehmen sehr viele TN gleichzeitig teil.  Spannende Entwicklungen des Lernens! 🙂
Randnotizen zur Keynote über Social Media:
  • Social Media können als Wissensmangement eingesetzt werden.
  • Sie haben aber auch eine enorme Breitenwirkung (Beispiel YouTube Video wird millionenfach aufgerufen).
  • Man ist selbstorganisiert, nutzt es wann immer man will und muss es aber nicht nutzten.
  • Inhalte kommen auch von den Lernenden. Ziele sind selbst gesteckt. Eigeninitiative wird gefördert.
  • „Wenn man einen Abschluss hat, heißt es noch nicht, dass man etwas gelernt hat.“
  • Social Media braucht die Schule nicht mehr als Lernort. Informelles Lernen geschieht z.B. auf YouTube.
  • Schule sollte die Vorteile von Social Media nutzen, Angebote machen und individuelle Wege zulassen. Privates und schulisches Lernen koppeln. 2Ihr könnt selbst entscheiden, wie ihr diese Inhalte lernt“.
  • Lernnetzwerke aufbauen: Leuten auf Twitter oder facebook folgen und weitere hinzufügen. So komme ich an Informationen und gebe auch Informationen weiter. Ich kann Fragen stellen und auf Fragen antworten. Zusammenarbeiten und teilen. Für alle Lehrenden sollte so ein Netzwerk selbstverständlich sein, da man gerade als Lehrende/r auch ständig dazulernen sollte!
  • Wichtiger Kompetenzerwerb durch Nutzung von Social Media: Ich muss den relevanten Inhalten mehr Aufmerksamkeit schenken und weniger relevante nur überfliegen. Das müssen auch die Jungen erst lernen. Unwichtiges von Wichigem filtern. Schreiben Sie einen Zettel „Was will ich jetzt gerade tun“ und schauen sie ab und zu darauf. Lassen sie sich nicht ablenken, von dem, was Sie tun wollen.
  • Twitter parallel zum Unterricht nutzen, weniger extrovertierte Schülerinnen partizipieren so eher aktiv am Unterricht. Nicht jede Stunde, aber ab und zu.
  • Technik sollte aber nie die Überhand gewinnen. Man sollte diese neuen Techniken behutsam ausprobieren und dosiert in den Unterricht einbauen. Ein guter Weg, etwas am bestehenden System zu verändern ist, einfach mal etwas Neues zu TUN !
  • „Wir bieten das an, versuch es doch mal! „
  • Man könnte auch, um seinen Lernfortschritt zu dokumentieren, eine Blog führen: „Wie  ich Englisch lerne. „
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