Freie Bildung für alle – Moocs

Ein schöner Artikel zum Thema Moocs und freie Bildungsresourcen: http://www.zeit.de/2013/12/MOOC-Onlinekurse-Universitaeten

Auszüge aus dem Artikel:

Findet Bildung  künftig unabhängig vom Besuch einer Universität statt?

Als Auslöser der Mooc-Welle gilt der ehemalige Hedgefondsmanager Salman Khan. Er produzierte für seine Cousine kleine, unterhaltsame Nachhilfevideos. Später stellte er die Filme auf die damals noch in den Kinderschuhen steckende Videoseite YouTube. Heute leitet Khan seine eigene Onlineakademie. Khans Prinzip – auf dem inzwischen alle Moocs beruhen – ist der flipped classroom: Anstatt seinen Schülern Frontalvorträge zu halten, filmt sich der Dozent in seiner Unterrichtsstunde ab und stellt das Video ins Netz. Die Schüler können es sich zu Hause ansehen und die gemeinsame Zeit mit dem Lehrer dann für intensive Arbeit an Aufgaben nutzen.

2011 lernte Sebastian Thrun Salman Khan auf einer TED-Konferenz kennen. Khans Erfolg wurmte ihn. „Ich habe in einem Stanford-Kurs 150 bis 200 Studenten“, sagt Thrun. „Und dieser Salman Khan hat zehn Millionen!“ Thrun wollte das mit der Onlinelehre deshalb auch probieren. Seinen Kurs bot er zunächst über eine fachwissenschaftliche Mailingliste an. Voll Zuversicht rechnete er mit 10.000 Teilnehmern. „Aber die E-Mail verbreitete sich wie ein Virus, es haben sich an jedem Tag 5000 weitere Teilnehmer angemeldet.“ Schließlich waren es 160.000. Thrun hatte einen der größten akademischen Onlinekurse erschaffen.

Jetzt verzichtete Thrun auf sein gesichertes Stanford-Gehalt, er reduzierte seine Anwesenheit bei Google auf einen Tag pro Woche und gründete die Firma Udacity, mit ihr bietet er Moocs vor allem in Mathematik und Computertechnik an. Er bemüht sich, die Sehgewohnheiten einer Generation anzupassen, die mit Computerspielen aufgewachsen ist. „Sehen Sie sich nur das Onlinespiel Angry Birds an, da lernt der Spieler etwas. Er wird ständig bewertet, kriegt die Ergebnisse sofort und bekommt neue Aufgaben, die exakt dem persönlichen Lernniveau entsprechen“, sagt Thrun.

Auch Daphne Koller und Andrew Ng hatten schon ein paar Semester mit Onlinevorlesungen experimentiert, als sie die Firma Coursera gründeten. Coursera schließt Verträge mit einzelnen Hochschulen ab, die daraufhin mit der Coursera-Software ihre Kurse erstellen können. Coursera führt den Mooc-Markt mit Abstand an, die Nutzerzahlen sind schneller gewachsen als die von Google und Twitter in ihrer Anfangsphase.

Jeder dritte amerikanische Student belegt schon heute Onlinekurse. Anstatt sich um acht Uhr früh in den Hörsaal zu quälen. Die nächste Generation werde schon vor dem Uni-Besuch einige Kurse online absolviert haben und brauche dann fürs College nur noch zwei oder drei Jahre.Es folgt das lebenslange Onlinelernen.

Es ist kein Zufall, dass die vier amerikanischen Bildungsrevolutionäre alle Einwanderer in der ersten oder zweiten Generation sind. Ihnen geht es nicht nur um die Reform der US-Hochschulen, sie begreifen Bildung als internationales Menschenrecht. Salman Khan ist der Blick in die Welt wichtiger als eine elitäre Ausbildung in ehrwürdigen Gemäuern.

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