Archive for the 'Schule' Category

Philosophieolympiade

Schön, dass es im Zeitalter von WhatsApp & Co, in dem es vor allem um einen raschen Austausch von möglichst kurzen Informationen geht, auch noch Veranstaltungen gibt, wo junge Menschen angeregt werden, längere Texte zu philosophischen Themen zu verfassen, die zu Reflexion anregen! 😉 Hier geht es zur HOMEPAGE und zu den interessanten Themen der diesjährigen Philosophieolympiade, an der erfreulicherweise viele österreichische Schulen teilgenommen haben. Die Ergebnisse der SiegerInnen lassen sich durchaus sehen!

Vorwissenschaftliche Arbeit

Wie schreibt man eine vorwissenschaftliche Arbeit? Anregungen und viele Tipps, sowie Literatur zum Einlesen findet man auf diesem BLOG. Ein hervorragendes Service, interessant sowohl für Lehrende, als auch für Schüler*innen.

Aus diesem Blog: Anregung zum Zeitmanagement

Beppo, der Straßenkehrer, erklärt Momo seine Strategie beim Straßenkehren:

„Siehst du, Momo“, sagte er dann zum Beispiel, „es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.“

Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: „Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.“

Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter: „Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.“

Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: „Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.“

Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort: „Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.“ Er nickte vor sich hin und sagte abschließend: „Das ist wichtig.“

Quelle: Michael Ende: MOMO oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte, 1973, K. Thienemanns Verlag, Stuttgart, Seite 36 f (angepasst an die neue Rechtschreibung)
Nach einer Idee aus dem Buch von Michaela Schmitz und Nicole Zöllner: Der rote Faden – 25 Schritte zur Fach- und Maturaarbeit, 2007, orell füssli-Verlag AG

Eine Seite für die AHS zur VWA -> HIER

Unterrichtsmaterialien

Manchmal wird man fündig, wenn man nach brauchbaren Unterrichtsmaterialien im Netz sucht. Nicht immer genau dann, wenn man sie gerade braucht. Einige Lehrende sammeln daher solche Übungen oder Videos in ihrem Blog, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zur Hand zu haben. Selbst so einen „Unterrichtsmaterialienblog“ zu erstellen, um Content, den man für gut und brauchbar erachtet zu „lagern“, um ihn dann bei Bedarf einsetzen zu können, ist eine feine Sache. Tags und Kategorieneinteilung erleichtern das rasche Wiederfinden. Man kann so ein Blog auch SchülerInnen zur Verfügung stellen, z.B. in einem „Flipped classroom“ Szenario. Ihn im Team mit KollegInnen zu erstellen ist ebenfalls eine feine Sache. Auf jeden Fall müsste man nicht mehr langwierig im Netz nach gutem Content suchen, wenn man zu einem bestimmten Thema etwas braucht, sondern sofort erprobtes, empfohlenes Material in seinem eigenen Blog finden.

Eine andere Möglichkeit, guten Content zu sammeln, ist Sccop.it. Dies scheint mir aber eher ein Social Bookmarking Tool zu sein, wie z.B. delicious. Obwohl es eine Suchfunktion hat, scheint es mir dennoch nicht so übersichtlich zu sein, wie ein Blog.

Paradigmenwechsel? Nicht unbedingt!

e_learning_2014Es bedarf keines revolutionären Paradigmenwechsels, um guten Unterricht zu machen! Es gibt lediglich ein paar Dinge, die beachtet werden sollten und die gute Lehrende immer schon beachtet haben:

  1. Dem Unterricht eine gute und logische Struktur geben (die zentralen Fragen der Unterrichtseinheit deutlich machen), planen!
  2. Die Lernziele klar mitteilen (informieren, Was Wozu gelernt werden soll).
  3. Den Einstieg in die  Unterrichtseinheit interessant gestalten, Interesse wecken! („Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“)
  4. Die Bedeutung für die Lernenden herausstreichen (Bezug zur Lebenswelt der SchülerInnen herstellen).
  5. Handlungsorientierte Aufgaben stellen, SchülerInnen aktivieren und  Transferaufgaben geben.
  6. Methoden- und Medienvielfalt (Ansprechen aller Sinne, Einsatz verschiedener Medien) schafft Abwechslung und beugt Langeweile vor.

Diese einfachen Unterrichtsrezepte sind seit mehr als 30 Jahren bekannt und funktionieren immer noch. Aber, wie gesagt, das ist nur das Rezept. Das Salz in der Suppe dosiert der Lehrende mit seinem pädagogischen Geschick und seiner Persönlichkeit.

Analog und digital

Eine gute Zusammenfassung der größten Bildungsmesse Europas ist in folgendem Artikel zu finden:

Auf dem Weg zum papierlosen Klassenzimmer? Ambivalente Stimmen auf der Didacta 2014

„Wann ist Medieneinsatz sinnvoll, welche Kompetenzen müssen Lehrende und Lernende dafür mitbringen, welche institutionellen Rahmenbedingungen müssen gegeben sein, damit die neue Technologie effektiv genutzt werden kann – diese Fragen waren zentrale Themen einiger Podiumsdiskussionen und Expertenrunden im Rahmen der größten Bildungsmesse Europas.“

  • Kann die Lehrkraft im Klassenraum und das Schulbuch als Medium ersetzt werden (auditive und visuelle Zugänge)?
  • Lassen sich sogenannte Leuchtturmprojekte mit digitalen Medien in der Schulpraxis implementieren?
  • Wie sieht es mit dem Online-Austausch von qualitätsgesicherten Arbeitsmaterialien für LehrerInnen aus?
  • Haben analoge Schulbücher in der heutigen Zeit noch ihren Platz?
  • Sollte sich die Kommunikations-, Organisations- und Unterrichtskultur in den Schulen ändern?
  • Genügt es, die technischen Rahmenbedingungen für digitales Lernen zu schaffen?
  • Sind das Handy und das Tablett  sinnvolle Lernwerkzeuge?
  • Überwiegt die technische Seite der digitalen Medien oder kümmert man sich auch um deren didaktischen Einsatz?
  • Wenn ein Lehrer seit zwanzig Jahren ein Tafelbild im Frontalunterricht nutzt, wird er dies auch auf einem Whiteboard tun?
  • Ist ein Tafel-Bild besser, wenn es nun anstatt auf die Tafel auf ein Whiteboard gezeichnet wird?
  • Ist ein Schulbuch besser, wenn es in digitaler Form angeboten wird?
  • Haben Lehrende genügend technisches und didaktisches Know-how, um fächerübergreifenden Projektunterricht mit dem Einsatz digitaler Medien durchzuführen?
  • Erfordert Medieneinsatz ein Umdenken in den Köpfen von allen an der Lehre beteiligten Akteuren?
  • Wie gelingt allen beteiligten Personen ein Schwenk vom digitalen Endgerät als Spielzeug hin zum Lernwerkzeug?

Lauter spannende Fragen, die im Artikel angesprochen werden und die rege Diskussionen vermuten lassen. Die Schullandschaft ist eine träge Masse, die sich nur sehr langsam bewegt. Ich denke aber, dass sich die obigen Fragen nach 1-2 Lehrerinnen- und SchülerInnen-Generationen erübrigen werden. Die gesellschaftlichen Veränderungen werden ganz unbemerkt mit den neuen Generationen auch in den Schulalltag einziehen, es geht gar nicht anders. Nur hätten es die Fortschrittlichen unter den LehrerInnen gerne ein wenig schneller. Und unsere SchülerInnen sowieso! Was man forcieren müsste, ist eine rasche Reform der LehrerInnenausbildung. Die technische Seite der Neuen Medien sollte ein Pflichtfach in der Ausbildung sein, wie z.B. der Computerführerschein. Die didaktische Seite der digitalen  Medien zu vermitteln wird wohl noch etwas dauern, denn WER sollte diese lehren? Die sogenannten Digital Immigrants wohl kaum.

Terminologie

Die Zentralmatura bringt einiges an Fachtermini mit sich. Lustig wird’s, wenn man  SchülerInnen nun als Performanden bezeichnet und ihre Texte als Performanzen! 😉 Geben wir dem Ganzen halt einen wissenschaftlichen Touch … 😉

  • Performanz : bezeichnet die Sprachverwendung, Textproduktion der SchülerInnen, aber auch die mündliche Produktion (Sprechperformanz).
  • Performand: der Schüler, der „Textproduzierende“. Gibt es eigentlich auch die weibliche Form „Performandin)“?
  • Prompt Lifting:  Verwendung von Phrasen aus der Aufgabenstellung.
  • Items: sind die einzelnen Aufgabenstellung (kann eine Hörübungen, Leseübung oder ein Schreibauftrag sein).
  • Bullet Points: Unterteilung der Aufgabenstellung, in unserem Fall drei Unterteilungen.
  • Operatoren: sind bestimmte, vorgegebene Verben (nur diese dürfen in den Aufgabenstellungen zu Beginn der bullet points stehen).
  • Kohärenz: Ist bei der Korrektur der Textproduktionen zu beachten. Logischer Aufbau eines Textes im Ganzen.
  • Kohäsion: Beziehung zwischen Textelementen zB. Konjunktionen (und/aber/weil), Synonyme, Hyperonyme (Obst, zB. Äpfel) etc.
  • Distraktor: laut Wikipedia: „zum Beispiel eine falsche Antwortalternative bei einem Multiple-Choice Test. Ein guter Distraktor erweckt für jemand, der das zu prüfende Wissen nicht hat, den Anschein richtig zu sein“.
  • Textmapping: Ist eine Methode zur Entwicklung von Testaufgaben im Team. Sie erhöht die Validität einer Testaufgabe.
  • Prompt: Klare Definition des Sprechanlasses (Wer schreibt Was an Wen? bzw. Wer spricht mit Wem Worüber); Prompt cards sind Karten für SchülerInnen, die die genauen Inhaltspunkte für zB eine mündliche Produktion enthalten.
  • Domänen: Themengebiete

Textsorte Blog

Nächstes Schuljahr wird in Österreich auch an den Handelsakademien und berufsbildenden Schulen die Zentralmatura durchgeführt. Die Lehrenden sind in den Fremdsprachen aber auch schon dieses Schuljahr dazu angehalten, die Prüfungsfragen nach den neuen formalen und inhaltlichen Richtlinien zusammenzustellen. Neben ganz genau vorgegebenen TESTformaten müssen auch ganz bestimmte TextSORTEN abgefragt werden. In Frage kommen dabei die Textsorten Artikel, Bericht, E-Mail, Broschüre  … Blog. Es kommt vor, dass  Lehrende sagen „Ich gebe zur Matura einen Blog“, oder „Meine SchülerInnen müssen bei der Matura einen Blog schreiben“. Mich interessierte es nun, wie die Textsorte „Blog“ von Seiten der Schulbehörde eigentlich genau definiert wird. Laut Bundesinstitut für Bildungsforschung ist die Textsorte Blog „ein Text in einem Blog im Internet gepostet, entweder unabhängig oder als Antwort auf einen vorangegangenen Eintrag„.  Weiters sollte der Aufbau eine „Einleitung, einen Hauptteil (in Absätze gegliedert) und einen Schluss“ enthalten. Dieser Aufbau sollte auch dann eingehalten werden, wenn es sich um ein Antwortposting handelt. Der Stil „dürfe“ „von Inhalt und Leserschaft abhängen“ !? Außerdem sollen die SchülerInnen (die übrigens neuerdings Performanden heißen) ihren Blogtext mit einem Titel, einem Datum, einer Uhrzeit sowie einem Benutzernamen versehen. Und das alles natürlich ANALOG, auf Papier! 😉

Ein Weblog, (Wortkreuzung aus engl. World Wide Web und Log für Logbuch), meist abgekürzt als Blog bezeichnet, ist aber ein auf einer Webseite geführtes, öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal. Es dient der regelmäßigen Veröffentlichung von Neuigkeiten, der Präsentation von eigenen Artikeln oder Arbeiten (es gibt auch reine Fotoblogs)  und bietet vor allem auch eine Diskussions- und Kommentarmöglichkeit! Kann ein Blog also so einfach auf eine „Textsorte“ reduziert werden,  zumal in einem Blog ja die verschiedensten Textsorten veröffentlicht werden können, bis hin zu Gedichten oder Rezepten? Die Textsorte sollte meiner Meinung nach nicht als „Blog“ sondern als „BlogEINTRAG“ bezeichnet werden und die Definition, ja die ist schwierig, bzw. muss bei jeder Aufgabe neu definiert werden, je nachdem um welche Textsorte es sich beim Blogeintrag handeln soll!


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