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eLearning-Didaktik Fachtagung 2012

Wie unterschiedlich ein sogenannter „Frontalunterricht“ sein kann, konnte man an der Keynote und am Schlussvortrag der diesjährigen eLearning-Didaktik Fachtagung erleben.

a) Die Keynote über „Kompetenzorientiertes Unterrichten“ war ein sehr anstrengender und theoretisch ausgerichteter Vortrag einer Grazer Universitätsprofessorin.

Der Inhalt: Merkmale kompetenzorientierten Unterrichts: 1. Aktivierender Lernprozess, der Vorwissen voraussetzt. 2. Fördert Vernetzung von Wissen. 3. Individuelle Unterschiede sollten berücksichtigt werden. 4.Betont das Anwenden und Üben in unbekannten Situationen. Transfer. 5.Co-Konstruktion von Wissen, Methoden des kooperativen Lernens. 6.Wissen über den eigenen Lernprozess. Literatur: Handbuch Kompetenzorientierter Unterricht, Beltz

b) Der Schlussvortrag am Ende des zweiten Tagungstages über „Das Potential des Computers für die Bildung des Menschen“ war jedoch alles andere als trocken und bekam von den schon etwas müden TeilnehmerInnen dennoch die volle Aufmerksamkeit. Bemerkenswert war, dass der Redner ohne Powerpointfolien und ohne sich hinter dem Rednerpult zu verschanzen eine mitreißende und humorvolle Rede auf höchstem Niveau hielt. (Unter Frontalunterricht verstand er übrigens keine Einbahnstraße, sondern vielmehr einen „Dialog“ zw. SchülerInnen und Vortragenden.)

Einige interessante Gedanken aus dem Vortrag:

  • Warum sollte man eigentlich PCs im Unterricht verwenden. Sie steigern die Effizienz des Lernprozessen NICHT!  Die oft angeführten Gründe für eLearning seien nicht überzeugend. Außerdem stelle man Computer in die Klassenräume und niemand sage den Lehrenden, wie sie damit unterrichten sollen.
  • Es gibt einen gesellschaftlicher Wandel von Wissensbeschaffung. Jugendliche sehen im Internet nach, nicht in den Bibliotheken, wenn sie etwas wissen wollen. Der Ort, an dem Wissen erwartet wird, hat sich verändert. Dem können sich Schulen und Universitäten nicht mehr entziehen. Man muss die Menschen dort abholen, wo sie sind. Und, Bildung reagiert auf die Bildungsvorstellung seiner Zeit. Weiterlesen ‚eLearning-Didaktik Fachtagung 2012‘
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Neue Besen braucht das Land

Gedanken aus dem  Online Vortrag von Sigi Jakob im August 2012:

  • Nicht das Tool ist wichtig, sondern der Inhalt. (Man soll möglichst nicht merken, welches Tool man gerade verwendet)
  • Lernen soll Spaß machen. Nicht bloße Wissensvermittlung, sondern Aufbau von Fähigkeiten.
  • Frage dich selbst, was dich begeistert, dann lerne es!
  • SchülerInnen erinnern sich später hauptsächlich an die Aktivitäten im Unterricht, nicht ans Lehrbuch.
  • Gib einen Teil deiner Kontrolle über den Lehrprozess ab.
  • Lehrer-Schüler Rolle aufbrechen, SchülerInnen als PartnerInnen sehen. SchülerInnen haben oft Fähigkeiten, die ihre LehrerInnen nicht haben.
  • LehrerInnen sind keine Alleinunterhalter.
  • Schüler müssen lernen, dass es unbequem ist, Eigenverantwortung zu übernehmen, das erfordert Training!
  • Fördere Selbstgesteuertes Lernen!
  • Predige keine Fakten, sondert stimuliere Taten! Z.B. einen Text zuerst ins Moodle stellen, erst dann im Unterricht behandeln.
  • Fördere Zusammenarbeit und Teilen von Wissen. (Lehrer sind Jäger und Sammler, aber sie teilen nicht gerne.)
  • Soziale Netzwerke und Web2.0 können mächtige und nützliche Werkzeuge sein.
  • In Südkorea ersetzen digitale Bücher die Printmedien.
  • Die alte Rolle des Lehrers kann durch Computer ersetzt werden. Schüler können jegliches Wissen googeln.
  • „Change your thaugts and you change the world.“ Norman Vincent Peale.
  • Beispiel: Gedicht von Schiller, Schüler machen Videos oder Musikal daraus.
  • „I never teach my pupils, I only provide the conditions in which they can learn.“ A.Einstein u. M.Montessori.
  • Positive Leistungen verstärken statt Fehler suchen.
  • LehrerInnen sollen ungehorsam sein, risikobereit, mutig oder unbequem. Sie sollen alte Strukturen aufbrechen und neue Wege gehen, sowie positive Unruhe stiften. Z.B. Mahara und Moodle einführen.
  • Blicke über den Tellerrand und Netzwerke bilden.
  • Per Skype jemanden in den Unterricht holen.

Qualitätskriterien für guten Unterricht

Wodurch erreicht man einen qualitätsvollen, guten Unterricht (Schlagworte, die durch die Bildungslandschaft geistern, Stand 2012)

  • Kompetenzorientiert unterrichten ( Wäre das nicht immer schon das Ziel für guten Unterricht gewesen?)
  • Individualisierter Unterricht, der sich nicht auf reines Faktenwissen beschränkt (erfordert Umdenken und ist in der Praxis nicht unbedingt einfach).
  • Didaktische und methodische Vielfalt (ist auch nicht neu! ).
  • Kooperative, offene Lernformen, die gehirngerechtes lernen fördern.
  • Nutzung von Lernplattformen und multimedialen Inhalten.
  • Statt Noten (sagen nichts aus) und Fehler zählen (Fehler zulassen), positives Feedback und Lernfortschrittsdokumentation (Portfolio).
  • Förderung der Eigenverantwortlichkeit der SchülerInnen (halte ich für sehr wichtig!)
  • Lernanreize (forschendes Lernen) und günstiges Lernklima schaffen (auch durch externe Lernorte).

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