Posts Tagged 'eLearning'

DafWebKon2015

Die DafWebKon ist eine zweitägige Online-Konferenz für DeutschlehrerInnen weltweit. Wie schon die Jahre zuvor bin ich beeindruckt von der organisatorischen Leistung der VeranstalterInnen! 😉 Dieses Jahr war das Hauptthema „Gamification und Serious Games“. Dabei wurden Computerspiele wie Minekraft, virtuelle Welten wie Second Life, aber auch einfache Tools für den Einsatz im Klassenzimmer vorgestellt. Einige davon waren bekannt (Quizlet, Voki, storybird, classtools, kahoot), andere sind kostenpflichtig wie zB. LinguaTV.

Da ein zweitägiges „vor dem Komputer sitzen“ einiges von den Konferenzteilnehmer_innen abverlangt, habe auch ich mir nicht alle Vorträge angesehen. Das „Nachsehen“ zu einem späteren Zeitpunkt wird erfahrungsgemäß durch neue Angebote verhindert.

Bleiben für mich die Fragen: Welche Skills vermitteln Sprachspiele und welchen Mehrwert haben sie? Wird die Kreativität im Sinne des „Selbsterstellens“ gefördert? Wie erstrebenswert ist es, aktive Sprechkompetenz in virtuellen Räumen zu erwerben? Welche Gefahren gibt es dabei? Ab welchem Alter sind virtuelle Welten überhaupt zulässig und daher für Schulen relevant? Bleiben Spiele für SchülerInnen genauso interessant, wenn sie sozusagen zur schulische Pflichtübung werden? Arbeiten Spieleentwickler intensiv genug mit DidaktikerInnen zusammen?

Das Spielen am Komputer und vielleicht sogar in virtuellen Welten bleibt, fürchte ich, ein paar Freaks vorenthalten. Es ist einfach zu zeitaufwändig. Das Argument, SchülerInnen lernten bei virtuellen Spielen perfekt Englisch, mag sein, aber wer will schon stundenlang am PC spielen?

Analog und digital

Eine gute Zusammenfassung der größten Bildungsmesse Europas ist in folgendem Artikel zu finden:

Auf dem Weg zum papierlosen Klassenzimmer? Ambivalente Stimmen auf der Didacta 2014

„Wann ist Medieneinsatz sinnvoll, welche Kompetenzen müssen Lehrende und Lernende dafür mitbringen, welche institutionellen Rahmenbedingungen müssen gegeben sein, damit die neue Technologie effektiv genutzt werden kann – diese Fragen waren zentrale Themen einiger Podiumsdiskussionen und Expertenrunden im Rahmen der größten Bildungsmesse Europas.“

  • Kann die Lehrkraft im Klassenraum und das Schulbuch als Medium ersetzt werden (auditive und visuelle Zugänge)?
  • Lassen sich sogenannte Leuchtturmprojekte mit digitalen Medien in der Schulpraxis implementieren?
  • Wie sieht es mit dem Online-Austausch von qualitätsgesicherten Arbeitsmaterialien für LehrerInnen aus?
  • Haben analoge Schulbücher in der heutigen Zeit noch ihren Platz?
  • Sollte sich die Kommunikations-, Organisations- und Unterrichtskultur in den Schulen ändern?
  • Genügt es, die technischen Rahmenbedingungen für digitales Lernen zu schaffen?
  • Sind das Handy und das Tablett  sinnvolle Lernwerkzeuge?
  • Überwiegt die technische Seite der digitalen Medien oder kümmert man sich auch um deren didaktischen Einsatz?
  • Wenn ein Lehrer seit zwanzig Jahren ein Tafelbild im Frontalunterricht nutzt, wird er dies auch auf einem Whiteboard tun?
  • Ist ein Tafel-Bild besser, wenn es nun anstatt auf die Tafel auf ein Whiteboard gezeichnet wird?
  • Ist ein Schulbuch besser, wenn es in digitaler Form angeboten wird?
  • Haben Lehrende genügend technisches und didaktisches Know-how, um fächerübergreifenden Projektunterricht mit dem Einsatz digitaler Medien durchzuführen?
  • Erfordert Medieneinsatz ein Umdenken in den Köpfen von allen an der Lehre beteiligten Akteuren?
  • Wie gelingt allen beteiligten Personen ein Schwenk vom digitalen Endgerät als Spielzeug hin zum Lernwerkzeug?

Lauter spannende Fragen, die im Artikel angesprochen werden und die rege Diskussionen vermuten lassen. Die Schullandschaft ist eine träge Masse, die sich nur sehr langsam bewegt. Ich denke aber, dass sich die obigen Fragen nach 1-2 Lehrerinnen- und SchülerInnen-Generationen erübrigen werden. Die gesellschaftlichen Veränderungen werden ganz unbemerkt mit den neuen Generationen auch in den Schulalltag einziehen, es geht gar nicht anders. Nur hätten es die Fortschrittlichen unter den LehrerInnen gerne ein wenig schneller. Und unsere SchülerInnen sowieso! Was man forcieren müsste, ist eine rasche Reform der LehrerInnenausbildung. Die technische Seite der Neuen Medien sollte ein Pflichtfach in der Ausbildung sein, wie z.B. der Computerführerschein. Die didaktische Seite der digitalen  Medien zu vermitteln wird wohl noch etwas dauern, denn WER sollte diese lehren? Die sogenannten Digital Immigrants wohl kaum.

#mooc2 – Mein zweiter Mooc

Eigentlich wollte ich diesen Mooc ja etwas aktiver verfolgen, aber leider ist es mir terminlich kaum möglich, am Ball zu bleiben. Eine Möglichkeit, sich mit dem Thema konzentrierter zu befassen ist aber, die Aufzeichnungen „nachzuhören/-sehen/-lesen“. Das Thema an sich ist ein ziemlich spannendes. 😉 Deshalb halte ich jetzt mal die großartigen Linksammlungen und Zusammenfassungen hier fest um mich zu einem späteren Zeitpunkt genauer damit auseinanderzusetzen. Hoffentlich!

Moocs dürften sich leider auch in eine etwas weniger erfreuliche Richtung entwickelt haben. Siehe den Artikel „MOOC – Lernsklaven und Klick-Bildung„. Moocs sind meines Erachtens nur dann interessant, wenn sie kostenfrei sind und auf absoluter Freiwilligkeit beruhen .

Eine gute Erklärung, was ein Mooc ist, inklusive Kritik, findet man hier: Wikipedia mooc!

Artikel: One size fits all! (ZBW MediaTalk)

Das Internet ist eine Schule

eBazar2013Das Internet wird mehr und mehr zu einer individuellen „Schule“.  Jede/r kann sich zum Thema seines Inter- esses im Internet Informati- onen holen und seine eige- nen Lernziele verfolgen. Das informelle Lernen verdrängt sozusagen das formelle Lernen der traditionellen Schule, wo alles vorgegeben und reglementiert ist. Das Lernen im Internet geschieht spontan, je nach Bedarf und ist freiwillig und intrinsisch motiviert.
„Will ich ein Foto bearbeiten, so sehe ich mir ein passendes Tutorial an und lerne genau jene Funktion des Bildbearbeitungsprogrammes, das ich gerade brauche“ sagte mir kürzlich ein Busfahrer! Will ich mich in einer Fremdsprache verbessern, habe ich im Netz unendliche Möglichkeiten und Ressourcen. Will ich Stricken lernen, finde ich die nötigen Tutorials auf Youtube. ich muss es nur suchen. Und so wird dieser Ort Internet zunehmend auch zu einem „Ort der Bildung“ und zwar für Jede und Jeden. Und diese Wissensinhalte  hole ich mir, wann immer ich will und nicht, wie in der Schule, zu bestimmten Zeiten.
Ein interessanter Aspekt des Lernens mit dem Internet ist, dass die „Lehrer/innen“ wir alle sind, denn wir geben unser Wissen in Form von selbsterstellten Tutorials, Forenbeiträgen, Wikipediabeiträgen oder Postings in Blogs usw., also unser Wissen an jede/n der/die es wissen will, weiter. In zunehmendem Maße werden aber auch Vorlesungen von Universitäten aufgezeichnet und als Podcasts zur Verfügung gestellt. (Siehe dazu auch die Khanakademie.)
Und mehr noch, wir schaffen uns ein Netzwerk von Gleichgesinnten, und geben und nehmen Wissen zu einem von uns gewählten Thema, wie z.B. in Twitter, Facebook oder Youtube. Vorausgesetzt, wir verwenden die sozialen Netzwerke als Wissensnetzwerk.
Ein Trend des dezentralen, selbstgesteuerten Lernens sind die sogenannten Mooc’s (Massive Open Online Courses). In einem Zeitraum von ein paar Wochen wird zu einem Thema im Netz intensivst, aber mit selbstgesteckten Zielen „gelernt“, d.h. es gibt zwar ein Programm mit vorgegebenen Themen und online-Vorträgen, aber jede/r steuert auch sein Wissen in Form von Blogs usw. bei. Man bestimmt so selbst, was man gibt und was man nimmt. An Moocs nehmen sehr viele TN gleichzeitig teil.  Spannende Entwicklungen des Lernens! 🙂
Randnotizen zur Keynote über Social Media:
  • Social Media können als Wissensmangement eingesetzt werden.
  • Sie haben aber auch eine enorme Breitenwirkung (Beispiel YouTube Video wird millionenfach aufgerufen).
  • Man ist selbstorganisiert, nutzt es wann immer man will und muss es aber nicht nutzten.
  • Inhalte kommen auch von den Lernenden. Ziele sind selbst gesteckt. Eigeninitiative wird gefördert.
  • „Wenn man einen Abschluss hat, heißt es noch nicht, dass man etwas gelernt hat.“
  • Social Media braucht die Schule nicht mehr als Lernort. Informelles Lernen geschieht z.B. auf YouTube.
  • Schule sollte die Vorteile von Social Media nutzen, Angebote machen und individuelle Wege zulassen. Privates und schulisches Lernen koppeln. 2Ihr könnt selbst entscheiden, wie ihr diese Inhalte lernt“.
  • Lernnetzwerke aufbauen: Leuten auf Twitter oder facebook folgen und weitere hinzufügen. So komme ich an Informationen und gebe auch Informationen weiter. Ich kann Fragen stellen und auf Fragen antworten. Zusammenarbeiten und teilen. Für alle Lehrenden sollte so ein Netzwerk selbstverständlich sein, da man gerade als Lehrende/r auch ständig dazulernen sollte!
  • Wichtiger Kompetenzerwerb durch Nutzung von Social Media: Ich muss den relevanten Inhalten mehr Aufmerksamkeit schenken und weniger relevante nur überfliegen. Das müssen auch die Jungen erst lernen. Unwichtiges von Wichigem filtern. Schreiben Sie einen Zettel „Was will ich jetzt gerade tun“ und schauen sie ab und zu darauf. Lassen sie sich nicht ablenken, von dem, was Sie tun wollen.
  • Twitter parallel zum Unterricht nutzen, weniger extrovertierte Schülerinnen partizipieren so eher aktiv am Unterricht. Nicht jede Stunde, aber ab und zu.
  • Technik sollte aber nie die Überhand gewinnen. Man sollte diese neuen Techniken behutsam ausprobieren und dosiert in den Unterricht einbauen. Ein guter Weg, etwas am bestehenden System zu verändern ist, einfach mal etwas Neues zu TUN !
  • „Wir bieten das an, versuch es doch mal! „
  • Man könnte auch, um seinen Lernfortschritt zu dokumentieren, eine Blog führen: „Wie  ich Englisch lerne. „

Online lernen und lehren

Eine spannende Veränderung des Lehrens und Lernens zeichnet sich in der Hochschullehre ab. „Flipped Classeroom“ (inverted classeroom) nennt sich eine Unterrichtsmethode, bei der die Studenten die Unterrichtsinhalte via Videos geliefert bekommen und im Selbststudium erarbeiten sollen. Der eigentliche Unterricht, der lediglich zur Einübung und Diskussion der Inhalte dienen soll, beziehungsweise Hilfestellung bei Problemen anbietet, geschieht in einer darauffolgenden Präsenzphase. Im Sinne einer Methodenvielfalt kann diese Methode sicher auch gewinnbringend in der Schule  angewendet werden.

Blog zu „inverted classeroom“: http://invertedclassroom.wordpress.com

ZUM-Wiki: http://wiki.zum.de/Flipped_Classroom

La classe à l’envers in Le Monde

Kritischer Artikel zu flipped classeroom: Cosa succede se rovesciamo la scuola?

Zum Thema Informatik in der Schule

Dieser Artikel spricht mir aus der Seele! Erschienen in der Neuen Züricher Zeitung NZZ.

Was SchülerInnen am Computer lernen, ist Glückssache

eLearning-Didaktik Fachtagung 2012

Wie unterschiedlich ein sogenannter „Frontalunterricht“ sein kann, konnte man an der Keynote und am Schlussvortrag der diesjährigen eLearning-Didaktik Fachtagung erleben.

a) Die Keynote über „Kompetenzorientiertes Unterrichten“ war ein sehr anstrengender und theoretisch ausgerichteter Vortrag einer Grazer Universitätsprofessorin.

Der Inhalt: Merkmale kompetenzorientierten Unterrichts: 1. Aktivierender Lernprozess, der Vorwissen voraussetzt. 2. Fördert Vernetzung von Wissen. 3. Individuelle Unterschiede sollten berücksichtigt werden. 4.Betont das Anwenden und Üben in unbekannten Situationen. Transfer. 5.Co-Konstruktion von Wissen, Methoden des kooperativen Lernens. 6.Wissen über den eigenen Lernprozess. Literatur: Handbuch Kompetenzorientierter Unterricht, Beltz

b) Der Schlussvortrag am Ende des zweiten Tagungstages über „Das Potential des Computers für die Bildung des Menschen“ war jedoch alles andere als trocken und bekam von den schon etwas müden TeilnehmerInnen dennoch die volle Aufmerksamkeit. Bemerkenswert war, dass der Redner ohne Powerpointfolien und ohne sich hinter dem Rednerpult zu verschanzen eine mitreißende und humorvolle Rede auf höchstem Niveau hielt. (Unter Frontalunterricht verstand er übrigens keine Einbahnstraße, sondern vielmehr einen „Dialog“ zw. SchülerInnen und Vortragenden.)

Einige interessante Gedanken aus dem Vortrag:

  • Warum sollte man eigentlich PCs im Unterricht verwenden. Sie steigern die Effizienz des Lernprozessen NICHT!  Die oft angeführten Gründe für eLearning seien nicht überzeugend. Außerdem stelle man Computer in die Klassenräume und niemand sage den Lehrenden, wie sie damit unterrichten sollen.
  • Es gibt einen gesellschaftlicher Wandel von Wissensbeschaffung. Jugendliche sehen im Internet nach, nicht in den Bibliotheken, wenn sie etwas wissen wollen. Der Ort, an dem Wissen erwartet wird, hat sich verändert. Dem können sich Schulen und Universitäten nicht mehr entziehen. Man muss die Menschen dort abholen, wo sie sind. Und, Bildung reagiert auf die Bildungsvorstellung seiner Zeit. Weiterlesen ‚eLearning-Didaktik Fachtagung 2012‘

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