Posts Tagged 'handy'

Multitasking

Ich hörte mir heute eine Sendung über Burnout im Radio an. Das Statement eines Arztes bezog sich auf das Multitasking und die Verwendung von Smartphones. Aus neuro-biologischer Sicht können wir uns immer nur auf eine Sache konzentrieren. Wir glauben zwar, dass wir mehrere Dinge gleichzeitig tun können, jedoch das Gehirn muss dazu im Hintergrund ständig umschalten und von einer Aufgabe zur anderen springen. Allein das Umschalten raubt aber bereits 40% des Gehirnarbeitsspeichers. (Was würde mit einem Computer passieren, wenn er plötzlich 40% weniger Arbeitsspeicher hätte?) Durch dieses ständige Umschalten ist unser Organismus daher in anhaltendem Stresszustand. Es soll wissenschaftlich belegt sein, dass Multitasker Fehler anfälliger sind und schlechter arbeiten als Singletasker. Leider ist unser Gehirn aber auf Ablenkung programmiert. Der Steinzeitjäger musste , wenn es im Gebüsch raschelte, sofort hinschauen, denn es hätte ja eine Schlange sein können. Wenn also das Handy ein Surren von sich gibt, müssen wir auch sofort drauf schauen, denn es könnte ja etwas Wichtiges sein.

Arbeiten geht aber nur, wenn man sich auf EINE Sache konzentriert. Im Laufe einer Studie in den USA (2000 Personen wurden ein Jahr lang beobachtet) verschickte man leere Schein-E-Mails an die MitarbeiterInnen einer großen IT-Firma. Diese E-Mails wurden meist innerhalb von zwei Sekunden (!) angeklickt. Es wurde aber auch untersucht, wie lange man brauchte, um wieder zur ursprünglichen Tätigkeit zurückzukehren. Der Durchschnittswert waren 15 bis 20 Minuten (!). Da aber in den Mails nichts zu lesen war, was machten dann die Personen während dieser 15 bis 20 Minuten? Sie erledigten Aufgabe B, dann Aufgabe C und so weiter, bis sie endlich wieder zur Aufgabe A zurückkehrten konnten. Das Unbewusste hatte wohl alle unerledigten Arbeiten ins Bewusstsein gerufen und das Beruhigungsarbeiten begann, bis sich das Unterbewusstsein wieder beruhigte. Dann konnte man sich wieder der ursprünglichen Arbeit zuwenden. Dies führte allerdings zu unheimlichen Arbeitsverzögerungen und zu einem Anstieg des Stressniveaus.

Große Automobilkonzerne in Deutschland haben mittlerweile strikte E-Mail Regeln aufgestellt, weil sie erkannt haben, dass dieses Phänomen sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Effizienz fatal ist.

Wenn ein Arbeitsprozess abgeschlossen ist und ein Ergebnis sichtbar wird, stellt sich meist Zufriedenheit ein. Das setzt aber voraus, dass man seiner Arbeit volle Aufmerksamkeit schenken muss. Neuro-biologisch führt dies zur Regeneration. Je besser man sich auf eine Arbeit konzentriert  und je öfter, desto eher wird man in diesen Flow-Zustand kommen. Wenn man sich voll und ganz einer Aufgabe widmet, kommt es sogar zu einem Entspannungszustand. So kann man auch wirklich Tätigkeiten fertigstellen und sich jedesmal ein Quäntchen Glückshormon holen. Es kommt zu einem Dopaminausstoß, der das Gefühl gibt, etwas Sinnvolles getan und ein Ziel erreicht zu haben.

Fazit: Smartphones und andere Störfaktoren beim konzentrierten Arbeiten unbedingt ausschalten! 😉 Genau genommen würde dies dann aber auch für den Unterricht gelten müssen.

Quelle: Radio ö1, Radiokolleg-Burnout vom 16.5.2013

Aus gegebenem Anlass

Handyverbot in der Schule, ja oder nein? Bevor man diese Diskussion beginnt, sollte man aber auh das Handynutzungsverhalten der Lehrenden untersuchen. Bei den Abschließenden Prüfungen letzte Woche fiel mir auf, dass sowohl der Vorsitzende und die Schulleitung, als auch die meisten PrüferInnen ihre Smartphons auf dem Tisch liegen hatten und sich in periodischen Abständen damit beschäftigten. Der Schulleiter zeigte seinem Sitznachbarn (während laufender Prüfungen) Fotos auf dem Smartphone (oder war es der neue Werbefilm der Schule auf YouTube) , der Vorsitzende verließ mehrere Male hastig den Raum, mit gezücktem Handy, wahrscheinlich, weil man ja ach so unabkömmlich ist und  ein weiteres Kommissionsmitglied hatte Facebook auf seinem Laptop geöffnet, als ich ihm ein Formular zur Unterschrift vorlegte. Eine weitere Kollegin (Junglehrerin) wischte mit der typischen „Social Media Bewegung“ über ihr Smartphone. Eine andere verwendete ihr Handy (es handelte sich hier um kein Smartphone) als Zeitmesser, um die Prüfungszeiten zu überwachen. Das war wohl noch der sinnvollste Einsatz.

Dass auch die Lehrenden in der digitalen Welt angekommen sind, ist ja nur zu begrüßen. Jedoch von „Medienkompetenz“, wozu meiner Meinung auch ein angemessener, im richtigen Rahmen erfolgender Smartphonegebrauch gehört, ist jedoch noch wenig zu merken.

Man muss also fair bleiben und nicht nur von den SchülerInnen einen „richtigen“ Umgang mit Medien verlangen, wenn man ihn selbst noch nicht beherrscht !!! Und… ein Handyverbot an Schulen müsste dann aber auch wirklich für ALLE gelten! 😉

Ein guter Artikel zu diesem Thema: saferinternet.at

Die verkehrte Konferenz

Am 4. und 5. Mai 2012 veranstaltete die Akademie der Wissenschaften unter dem Titel „Kinder und digitale Medien“ eine zwei- tägige Konferenz für alle an diesem Thema interessier- ten Eltern und Pädago- gInnen. Am ersten Tag wurden die Jugendlichen von Erwachsenen zum Thema Medienkompetenz geschult und am zweiten Tag, an dem ich teilnahm, übernahmen die Jugendlichen das Ruder (daher der Name „Verkehrte Konferenz“).

Die Gestaltung des zweiten Konferenztages durch SchülerInnen empfand ich als äußerst erfrischend. Zwei Schüler führten souverän in Doppelmoderation durch den Vormittag. Sie interviewten mehrere ExpertInnen auf der Bühne,  ein Digikids-Kurzfilm wurde präsentiert und SchülerInnen erzählten aus ihrem digitalen Alltag: „In der Früh lasse ich mich von meinem Handy wecken, dann schaue ich auf dem Handy nach, was es in der Schule für Stundenplanänderungen gibt. Meist bin ich zu faul, um den Laptop einzuschalten. In der Schule verwende ich das Handy um auf die Uhr zu schauen oder mir sonstige Informationen wie Wetter oder Sportinformationen aus dem Internet zu holen. Auch Vokabel schaue ich auf dem Handy nach. Ich höre Musik, oder spiele Spiele. Aber auch wenn ich ein Muttertagsgedicht für meine Mutter brauche, suche ich dieses auf meinem Smartphone. Das alles funktioniert aber nur, solange der Akku voll ist.“ 🙂

Anschließend konnte sich die eine Hälfte der KonferenzteilnehmerInnen an runden Tischen zu den Themen Handy, Facebook und Computerspiele von den Jugendlichen informieren lassen, während es für die andere Hälfte zwei sehr interessante Referate gab: Von  Saferinternet.at „Tipps zum sicheren Umgang mit Internet“  und vom Austrian Institut of  Technologie AIT über „Cybercrime und Cyberwar“. Danach wurden die Gruppen gewechselt. An den Thementischen hatte ich den Eindruck, dass Jugendliche einen sehr individuellen Zugang zu Handy&Co haben. Während die einen bis zu zehn Stunden pro Tag Computerspiele spielen, ist für Andere der Computer auch zeitweise durchaus entbehrlich.

Mein Fazit der Konferenz: Handys sind ein selbstverständliches, alltägliches und nützliches Werkzeug für die Jugendlichen. Allerdings sind sie meist über mögliche Gefahren recht wenig informiert, bzw. nehmen sie diese in Kauf. Der soziale Druck ist dabei nicht unwesentlich, „wenn es alle tun, wird es schon nicht so gefährlich sein“. Die Schule wäre daher dringend aufgefordert, in Sachen Medienkompetenz nachzurüsten. Im Moment wird in dieser Hinsicht noch sehr wenig,  ja eigentlich gar nichts getan! Lehrende sind noch zu sehr damit beschäftigt, sich selbst  Kompetenzen bezüglich digitaler Medien anzueignen.

Forderungen der Jugend- lichen an die Schule: Keine Angst vor digitalen Medien zu haben, sondern diese in den Unterricht einzubezie- hen. „Die Fragen der Kon- ferenzteilnehmerInnen an die Jugendlichen bezogen sich vor allem auf Sucht-verhalten und Sicherheits- einstellungen bei Face- book“, stellten die SchülerInnen am Ende der Konferenz fest.

Der Vertreter des Austrian Institut of Technology AIT  stellte in seinem Referat fest, dass digitale Medien kein Trend, sondern fixer Bestandteil des Alltags der Jugendlichen sind. Nicht Informationsgesellschaft sondern Vernetzung sei die große Neuerung unseres Jahrhunderts, und diese bringe ungeahnte Möglichkeiten an Wissen, aber leider auch Gefahren mit sich. Die große Herausforderung der Zukunft wird es sein, zu gewährleisten, dass diese neuen Medien zu positiven Werkzeugen werden!

mLearning

Fast jede/r SchülerIn besitzt ein Handy, warum also nicht dieses Medium im Unterricht einsetzen, statt sich zu ärgern, wenn SchülerInnen unter der Bank sms schreiben oder im Facebook kommunizieren, während sie eigentlich dem Unterricht folgen sollten.

Ich habe mir vorgenommen, dieses Werkzeug verstärkt in meinen Sprachunterricht zu integrieren. Dass SchülerInnen dies mehr als begrüßen, liegt auf der Hand. Ich „bildete mich also fort“, um Anregungen für den Einsatz des Handys zu bekommen. Ein kollaboratives Arbeiten auf der Lernplattform moodle, auf welcher mein Fortbildungskurs stattfand, war aber leider nicht möglich, da die wenigen TeilnehmerInnen aus diversen Gründen, die mir nicht einsichtig waren, nicht besonders aktiv waren (kein Wunder, dass sie diese Art des online Lernens dann auch ihren SchülerInnen nicht vermitteln können). Diese Erfahrung aus SchülerInnensicht war ein Nebenprodukt meiner Fortbildung 😉

Trotz allem aber wurde mein Blick auf den Einsatz des Handys in der Schule und auch im täglichen Leben ziemlich geschärft. Es wurde mir bewusst, dass das Telefonieren mit dem Handy fast schon eine Nebenfunktion des „kleinen Taschencomputers“ ist. Vor allem durch das Internet wurde es in den letzten Jahren zu einem universell einsetzbaren Gerät … bis hin zur Erledigung der Parkgebühren.

Wie ich es nun im Sprachunterricht einsetzen könnte, war schnell klar. Es kann für sämtliche Miniprojekte genutzt werden, indem man die Foto-, Video- sowie die Aufnahmefunktion verstärkt einsetzt. Das lockert den Unterricht ungemein auf, da die SchülerInnen gerne mit dem Handy hantieren und so diverse Texte aufnehmen bzw. kleine Kurzfilme erstellen können. Natürlich muss dem Ganzen eine verantwortungsvolle Medienerziehung bezüglich Veröffentlichung von Bildern voraus gehen. Ich bin aber der Meinung, dass eine Veröffentlichung oft gar nicht notwendig ist, sondern dass viele Aufnahmen lediglich zu didaktischen Zwecken in der Klasse, bzw. auf der Lernplattform verwendet werden sollten.

Besonderes Gefallen fand ich während meiner Fortbildung aber am QR Code, den ich ebenfalls einsetzen möchte. Angeregt zu guten Einsatzmöglichkeiten wurde ich auch durch einen Zeitungsbericht über einen Berliner Künstler, der das QRadio erfand. Diese kleinen quadratischen Bildchen lassen sich  auch sehr gut im Unterricht für diverse Rätselspiele nützen. Mit etwas mehr Aufwand kann man sogar Tonaufnahmen mittels des QR Codes auf Plakaten oder Bildern zur Verfügung stellen. Alla grande!


Mon.blog.perso.

Alles was mich bewegt... vor allem eLearning & Co

Kategorien

Archive

Neueste Kommentare

gafa zu Diverse Artikel

Creative commons

Creative Commons License
Dieser Werk oder Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.

Blogstatistik

  • 10,677 hits

Woher kommen die Besucher

Visiteurs

free counters
compteur pour blog