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Rating – Mündliche RDP

Das Beurteilen der mündlicher Reifeprüfung in den Fremdsprachen muss in Zukunft durch zwei Prüfer/nnen erfolgen, und zwar mittels eines ‚holistischen‘ und eines ‚analytischen‘ Fragebogens. Wobei der/die Prüfer/in mit ersterem und der/die Beisitzer/in mit letzterem arbeitet. Anschließend sollen sich beide Prüfer/innen gemeinsam auf eine möglichst objektive Beurteilung einigen.

Anhand von Videos, die Prüfungssituationen simulierten, sollten Lehrende im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung für Prüfer/innen, mündliche Leistungen von Schüler/innen beurteilen. Dabei stellte sich heraus, dass nicht alle Lehrenden zu den selben Ergebnissen kamen. Die Beurteilungsbögen lassen also offensichtlich Interpretationsmöglichkeiten zu.

Man sollte jedoch annehmen, dass diese Beurteilungsbögen erstellt wurden, um eine möglichst gerechte und objektive Beurteilung  zu ermöglichen. Warum, frage ich mich also, kamen die Lehrenden zu so unterschiedlichen Beurteilungen?

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Beurteilung der mündlichen Reifeprüfung

Wieder mal eine Fortbildung zur mündlichen Reifeprüfung an der KPH besucht. Im Wesentlichen wurden die Kriterien für die Erstellung von mündlichen Prüfungsfragen besprochen, wie schon in etlichen früheren Seminaren auch. Interessant waren die Videos über simulierte Prüfungen, die man mit Hilfe des holistischen und analytischen Bewertungsbogens bewerten sollte. Wie erwartet waren die Bewertungen durch die Lehrenden sehr unterschiedlich, was wieder einmal zeigte, wie schwierig eine objektive Bewertung ist. Im Endeffekt bleibt die Bewertung wieder subjektiv geprägt, denn die Bewertungsbögen sind alles andere als aussagekräftig.

Besonders schwierig ist die Erstellung von Prüfungsfragen für die mRDP, vor allem im berufsbildenden Schulbereich. Die Kriterien sind ziemlich genau vorgegeben, das Formulieren der Fragen ist allerdings nicht ganz so einfach. Die kompetenzorientierten Aufgabenstellungen erfordern einiges an Geschick, da die KandidatInnen ja nichts wiedergeben sollen, was sie gelernt haben. Es zählt einzig und allein die Beherrschung sprachlicher Bausteine, die zur Lösung der Aufgaben herangezogen werden sollen. Auswendiglernen war einmal. Aber auch die Prüfer sind gefordert, denn im dialogischen Teil der Aufgabe verläuft das Gespräch nicht immer so, wie man es sich vorgestellt hat. Und sieben Minuten können lang sein, wenn der Kandidat wenig beizutragen hat.

Eine Herausforderung ist auch die große Menge an Prüfungsfragen, die zu erstellen sind, denn es müssen ja zu etlichen Themenbereichen mehrere Fragen erstellt werden. Das kann je nach Fach ganz schön viel sein.

Mündliche RDP

Einige wichtige Informationen zum Erstellen der mündlichen Prüfungsfragen in der zweiten lebenden FS in HUM Schulen (Fortbildungsveranstaltung vom 9. April 2015) :

Jede Schule entscheidet über einen Themenpool, der aus zehn empfohlenen Themenkreisen zu wählen ist. Diese Themenkreise werden den SchülerInnen bis November eines Schuljahres bekanntgegeben, damit die SchülerInnen dann bei jedem im Unterricht behandelten Thema überlegen können, welchem Themenkreis es zuzuordnen ist. Die Aufgabenstellungen sollten immer einen situativen Rahmen (Adressat/Publikum), ausgehend von einer Problemstellung/Auftrag haben. Es sollte sich um Situationen aus dem beruflichen und privaten Umfeld handeln und relevant für die KandidatInnen sein. Sie untergliedern sich in einen monologischen  und einen dialogischen Teil, der mit dem oder der PrüferIn zu führen ist.

a) Monologischer Teil: 3-5 min. Redezeit, die nicht unterbrochen werden sollte. Drei Operatoren formulieren den Arbeitsauftrag. Das Inputmaterial sollte 1-2 A4-Seiten nicht überschreiten und als Impuls oder als Datenquelle dienen, sowie zur Erfüllung der Aufgabe notwendig sein. Die Themen sollten aus dem Erfahrungsbereich/ Interessensgebiet der SchülerInnen stammen, d.h. sie sollten im gesamten Unterricht einmal vorgekommen sein (eventuell auch fächerübergreifend).

b) Dialogischer Teil: 7-10 min. Redezeit, die Operatoren sollten sich von den obigen unterscheiden. Das Inputmaterial sollte höchstens eine halbe Seite betragen. Die Schüler sollten auch auf überraschende Fragen antworten und persönliche Standpunkte und Meinungen äußern können. Ebenso sollten sie ein Gespräch beginnen und in Gang halten können. Die Beurteilung erfolgt vom Prüfer und einem Beisitzer gemeinsam. Die Rolle des Beisitzers sollte nicht unterschätzt werden, dieser sollte die Prüfungsfragen ebenfalls genau kenne.

  • Der Prüfer/die Prüferin beurteilt nach dem Holistischen Beurteilungsbogen (genauer Bogen),
  • der Beisitzer /die Beisitzerin nach dem Analytischen Beurteilungsbogen (ungenauer Bogen). BeisitzerInnen sollten nicht in die Prüfung eingreifen.

mRDP

Drahtkugel_2014Kompetenzorientierte, mündliche Diplom- und Reifeprüfung  mRDP  (früher: Mündliche Matura), welch Bezeichnung für eine Prüfung! Wie dem auch sei, die Direktiven, wie die neuen mündlichen Maturafragen auszusehen haben, beginnen kommuniziert zu werden. Am 2.April gab es einen Informations- nachmittag für HAK und HUM LehrerInnen. Diese beiden Schultypen orientieren sich diesmal nicht an der AHS, sondern kochen ihr eigenes Süppchen. Das Cebs (Center für berufsbezogene Sprachen) ist dabei richtungsweisend und hat eine Informationsbroschüre herausgegeben, die im Wesentlichen die Richtlinien vorgibt. Ich habe den Eindruck, dass bei der Erstellung der mündlichen Maturafragen eine grundlegende Erneuerung nicht stattgefunden hat. Immer noch werden elend lange Beilagen den Prüfungsfragen beigelegt, sogenannte Impulstexte (Audiofiles oder Videos), die von PrüfungskandidatInnen zu bearbeiten sind, kompetenzorientiert natürlich!  Um den SchülerInnen die Möglichkeit zu geben, ihre sprachlichen Kompetenzen unter Beweis zu stellen, hätte meines Erachtens bei den Aufgabenstellungen noch viel mehr „entstaubt“ werden müssen. Aber wie auch bei der schriftlichen Matura kann sich ja noch viel ändern bis 2016, denn ab da gilt dann die neue Verordnung.


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