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Digitale Medien und Schule

Eine Kollegin posaunte heute mit leicht süffisantem Unterton in die Kollegenschaft: „Die junge Deutschlehrerin verwendet digitale Medien im Unterricht, aber können tun die SchülerInnen dadurch auch nicht mehr.“ ( … als wenn man nur analoge Unterrichtsmittel verwendet?). Was steckt hinter solch einer Aussage? Neid oder einfach nur Unkenntnis, was den Einsatz neuer Medien im Unterricht betrifft ? Zu glauben, SchülerInnen werden auf einmal zu MusterschülerInnen, die alles können, wenn man nur den Computer im Unterricht einsetzt, ist wohl ziemlich blauäugig. Das Lernen an sich funktioniert leider immer noch „analog“, nämlich im Gehirn. Die Kollegin meinte weiters, „durch das ewige Anklicken merken sich die SchülerInnen den Stoff auch nicht besser“.  Mit „anklicken“ meinte sie wohl Einsetzübungen oder Dropdownfelder à la Hot Potatoes? Diese Art des Computereinsatzes halte auch ich für entbehrlich, da er nur eine Fortsetzung alter Methoden mit neuen Hilfsmitteln darstellt.

Wirklich guter Unterricht mit digitalen Werkzeugen –  und Computer sind als Werkzeuge und sonst gar nichts zu sehen – gelingt nur dann, wenn es sinnvolle Arbeitsaufträge gibt, die die SchülerInnen zwar immer noch mit ihrem geistigen Einsatz und ihrer Hirntätigkeit lösen müssen, aber halt mit der Informationsbeschaffung und mit den kollaborativen und partizipativen technischen Hilfsmitteln aus der digitalen Welt.

Was die Motivation der SchülerInnen betrifft, so ist der Computereinsatz im Unterricht schon lange nicht mehr Motivationsfaktor Nummer eins. Es kommt immer darauf an, was man mit Medien macht. Eine herausfordernde, interessante Aufgabe, die den SchülerInnen auch ein paar technische Skills abverlangt, und ein multimedialer Output, sprich Präsentation des Ergebnisses ihrer Arbeit, kann aber sehr wohl mitivierend sein.

In Zeiten von Smartphones und sozialen Netzwerken ist es aber eigentlich keine Frage mehr, ob man digitale Werkzeuge im Unterricht verwenden sollte oder nicht. Und es geht auch nicht darum, ob SchülerInnen mit digitalen Werkzeugen „besser lernen“.  Nein, wahrscheinlich tun sie es nicht. Im Grunde geht es sowieso nur mehr darum, WIE und WANN Computer im Unterricht eingesetzt werden sollen.

Viele Lehrende befinden sich  immer noch in einer Web 1.0 Welt  und leider gibt es auch noch viel zu wenige,  qualitativ hochwertige Fortbildungen zu didaktischem Know How des „digitalen Lernens“. Den Computer aus seinem Unterricht zu verbannen, nur „weil die SchülerInnen dadurch möglicherweise auch nicht mehr wissen“, geht aber sowieso nicht mehr. 🙂

Update am 24. Mai 2013 : Zu diesem Thema habe ich heute einen wirklich guten Artikel im Online-Magazin „Digital lernen“ gefunden. -> DIGITALES LERNEN, Geschäftsmodell statt Unterricht

Zum Thema Informatik in der Schule

Dieser Artikel spricht mir aus der Seele! Erschienen in der Neuen Züricher Zeitung NZZ.

Was SchülerInnen am Computer lernen, ist Glückssache


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